Ein Literaturvideo von Alexis Pelletier

Der Krieg erschüttert wieder seit zwei Jahren den europäischen Kontinent und erinnert uns leider daran, dass der Friede nur am seidenen Faden hängt.

Daran möchte uns Alexander Kluge in seinem Buch Kriegsfibel 2023 erinnern.

Alexander Kluge ist 1932 in Halberstadt geboren und war einer der bedeutendsten Regisseure des Neuen Deutschen Films in den 70er Jahren.

In Kriegsfibel 2023 greift er auf die originelle Kriegsfibel von Bertolt Brecht zurück, verändert das Konzept aber etwas: Es handelt sich also um eine Sammlung kurzer Prosaerzählungen, Bilder und Videos, die durch QR-Codes im Laufe des Buches erreichbar sind.

Bei ihm geht es aber nicht nur um einen Krieg, sondern um mehrere: Natürlich spielt leider die Lage in der Ukraine eine wichtige Rolle, aber es ist auch die Rede vom Ersten Weltkrieg oder vom amerikanischen Zivilkrieg.

Es gibt also sechs „Stationen“ im Buch, die zwar andere Konflikte schildern, aber ein gemeinsames Thema erhebt sich immer noch aus diesen Erzählungen: Wie geht man mit den Grausamkeiten des Krieges um, sei es als externer Beobachter oder als Teilnehmer?

Alexander Kluge lädt uns dazu ein, über unser Verhältnis zum Krieg nachzudenken. Jetzt, dass der Krieg wieder an unseren Grenzen ist, nehmen diese Fragestellungen wieder einen wichtigen Platz ein, und der intermediale Aspekt dieses Buches unterstreicht noch die Wichtigkeit dieser Reflexion. Die Bilder im Buch dienen nicht nur der textlichen Erzählung: Sie drücken eigene Gefühle aus, die manchmal nicht direkt mit dem Thema „Krieg“ verbunden sind, schaffen aber ein gewisses Missbehagen, das die Grausamkeit der erwähnten Konflikte noch betont. Der Krieg wird aus dem Inneren erzählt, und das macht ihn noch konkreter… 

Das ist also keine Feel-Good-Lektüre, aber man kann die Kriegsfibel 2023 nur empfehlen, denn sie bringt Fragen ans Licht, die sich jeder heute stellt.