Eine intermediale Literaturkritik von Louise Strebel

„Lebenslinien“ ist eine Graphic Novel von Birgit Weyhe und wurde 2020 veröffentlicht. Das Buch besteht aus mehreren Kurzgeschichten, die das Leben mehrerer Personen folgen. Wir erfahren jedes Mal in einigen Seiten, was sie überstanden haben, und das letzte Panel fasst zusammen, was für sie Heimat bedeutet.

Dieses Buch ist nicht intermedial, es verweist auf kein Werk und es entstand nicht aus einem Roman oder Film. Die Illustrationen haben eine ästhetische Bildfunktion, sie sollen beim Leser Gefühle auslösen.

Die Bilder illustrieren genau, was im Text gesagt wird, in diesem Fall bekommen wir durch die Illustrationen keine zusätzlichen Informationen zur Geschichte; aber sie bringen das wichtigste hervor. Ich würde sagen, sie vermitteln mehr Gefühle, die Gesichtsausdrücke geben eine emotionalere Dimension während des Lesens. Meistens sind Menschen dargestellt, die die beschriebene Szene illustrieren, aber es können auch Landschaften oder abstraktere Zeichnungen sein.

Der Zeichenstil ist simpel, es ist nicht detailliert, das Ziel ist es, die Geschichte zu verstehen und keine unnötigen oder erfundenen Information dazuzugeben. Ich denke, es ist geeignet für dieses Buch, die Geschichten sind rührend und die Figuren haben viel erlebt, es ist passender, man will nicht den Focus auf die Talente des Künstlers stellen, sondern auf die Geschichte. Außerdem wird viel mit Farben und Schatten gespielt, sie sind öfters auf die monochromen Zeichnungen übereinandergelegt, ich fand das sehr kreativ, weil sie oft einen dunkleren Teil der Geschichte darstellten. Es gab den Eindruck, dass ein unvermeidliches äußeres Ereignis die Figur quälte.

Ich finde deswegen, dass, der Inhalt und die Bilder zusammenpassen. Die Autorin hat für mich den beste Stil für diese Art von Buch gewählt. Ihre Priorität ist es, den Leser das Erleben der Menschen, die Schwierigkeiten und die Ungerechtigkeit des Lebens bewusst zu machen und vor allem, dass es immer eine Heimat, die auf uns wartet, gibt, egal was wir durchgemacht haben.

Ich finde, dass das Buch gut umgesetzt ist, es fokussiert uns auf den Inhalt, die Bilder und Sprechblasen sind nicht zu lang und es gibt keine überflüssigen Informationen. Es ist angenehm, die Geschichten zu lesen, sie sind lang genug, um mit den Figuren mitzufühlen, und die Bilder geben auch den Eindruck, ihr Leben zu betrachten. Die Autorin hat sich die Zeit genommen nachzudenken, wie sie am besten ihre Botschaft vermitteln will und meiner Meinung nach ist es ihr gelungen.