Eine Rezension von Marie Rudolf

Bei dieser Folge der Sendung « Büchermarkt », die am 23. Juni 2023 ausgestrahlt wurde, geht es um das Schwerpunktthema Künstliche Intelligenz. Die Fragen, die man sich bei diesem Thema stellen kann, sind vielfältig und einige Fragen werden in der Science-Fiction-Literatur behandelt. In dieser Folge wirft Hartmut Kasper, ein deutscher Schriftsteller, einen Blick auf das « Biotop der Science-Fiction ». Danach gibt es ein Gespräch mit dem deutschen Philosophen Dominik Erhard, der seine Perspektive wiedergibt.

Hartmut Kasper stellt das Konzept der Science-Fiction Literatur vor, die als Alternative zu unserer Realität dient und die Geschichten über künstliche Kreaturen und automatische Androiden enthält. Die Faszination von Robotern, ein Ausdruck, der im frühen 20. Jahrhundert entstanden ist und den man benutzt, um eine künstliche Arbeitskraft zu bezeichnen, wird hier ebenfalls erklärt. Laut Hartmut Kasper liegt es nicht etwa daran, dass ein Android fast menschlich ist, jedenfalls bis auf die starre, ausdruckslose Miene. Diese Eigenschaft haben auch Marionetten und Puppen, doch sie werden im Gegensatz zum Roboter von einer außerhalb liegenden Intelligenz kontrolliert. Der Roboter kann aber dem Willen seines Schöpfers widersprechen, was in der Literatur thematisiert wird. Dies kann auf zwei Arten passieren : entweder rebelliert der Android und versucht, die Weltherrschaft zu übernehmen – manchmal ist er erfolgreich, manchmal nicht. Oder es gibt etwas, das als Pinocchio-Prinzip bezeichnet wird, nämlich der tiefe Wunsch, ein echter Mensch zu sein, oder sich vom echten Menschen nicht zu unterscheiden . Hartmut Kasper gibt dafür das Beispiel der Androide aus dem Buch Maschinen wie ich (2019) von Ian McEwan an, in dem die Roboter namens Adam oder Eve zu Suiziden neigen, da man sklavisch menschliche Intelligenz imitiert hat und dies dazu geführt hat, dass Bewusstsein und Emotionen in technischer Reichweite liegen.

Nach Hartmut Kaspers Beitrag können wir der Konversation zwischen der Moderatorin und dem Philosophen und leitenden Redakteur des Philosophie-Magazins Dominik Erhard zuhören. Dominik Erhard spezialisiert sich auf Technik-Philosophie und beschäftigt sich deswegen mit den neuesten Entwicklungen der Künstlichen Intelligenz. Auf die Frage hin, warum der Mensch virtuelle Welten gestaltet, die ihn einerseits faszinieren und vor denen er sich andererseits fürchtet. Der Philosoph erklärt es durch ein ambivalentes Verhältnis zur Welt ; er muss sich die Umwelt aneignen und sucht Hilfe bei der Technik, fühlt sich deswegen aber klein, was für ihn gruselig ist. Er erklärt auch, dass Fragen aus klassischen Science-Fiction Werken immer noch relevant sind. Er nennt drei Beispiele, nämlich Stanisław Lems Solaris (1961), bei dem es um die Grenzen der menschlichen Erkennung geht, George Orwells 1984 (1949), bei dem es darum geht, wie die Technik genutzt werden kann, um die Freiheit und Privatsphäre einzuschränken und zuletzt Aldous Huxleys Schöne neue Welt (1931), bei der die Frage aufkommt, ob künstlich erzeugte Gefühle sich genauso real anfühlen wie echte. Laut Dominik Erhard ist Science-Fiction schon für sich eine philosophische Überlegung, da es sich um den gleichen Modus handelt ; Gedankenexperimente.

 Diese Folge ist für mich sehr spannend, da ich finde, dass das Thema Künstliche Intelligenz immer wichtiger wird. Man kann auch nicht wissen, ob es negative oder positive Auswirkungen haben wird. Ich freue mich auf jeden Fall auf weitere Science-Fiction Romane zum Thema der Künstlichen Intelligenz, da man immer etwas Neues ansprechen kann, somit sind die Möglichkeiten sehr vielfältig.